Der 25. November 2024 ist der internationale Tag zur Beendigung der Gewalt an Frauen und Mädchen.
In vielen Städten ist dieser Tag der Begin der „Orange Days“, die bis zum 10. Dezember durch vielfältige Kampagnen und Demonstrationen mit unterschiedlichen Organisationen, für die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen thematisieren.
Gemeinsam mit den Ratsfrauen zeigten wir den Film: „Whats Love got to do with it“, einer beeindruckenden Filmbiografie über das Leben von Tina Turner.
Zu Beginn berichteten zwei Mitarbeiterinnen aus dem Frauenhaus, für alle sehr berührend, über ihre Arbeit. Diesen Abend teilten ca. 90 Personen mit uns und ermöglichten es den Erlös an das Frauenhaus zu spenden.
Am 8. März 2024, am Weltfrauentag waren 120 Besucherinnen und auch etliche Besucher im Neu-Deli und feierten diesen Tag der Frauen mit Fingerfood, Prosecco und einer anspruchsvollen Filmbiografie über das Leben der Sängerin und Aktivistin Joan Baez. Sie war mit ihrer beeindruckenden Stimme für Jahrzehnte die Ikone der weltweiten Friedensbewegungen.
Eröffnet wurde der Abend mit kurzen Ansprachen und Begrüßungsworten von Hella und Eckart Hüser und von der Bürgermeisterin Sabine Michalek. Danach wurde das herrliche Fingerfood Buffet gewürdigt und genossen, das von Ratsfrauen und Lichtspielfreundinnen und Freunden gezaubert worden war. In der Halbzeit Filmpause gab es dann Gespräche beim Wein und Prosecco und sicherlich tauschten sich viele Besucherinnen auch über den Film aus.
In großer Offenheit berichtete darin die Künstlerin Joan Baez von ihrem oft nicht einfachen Leben und verschwieg auch nicht die dunklen Seiten und die möglichen Ursachen aus ihrer Kindheit. So war es sicherlich vielen Zuschauerinnen möglich, hinter dem Idol, viel mehr als früher, auch die mutige und großartige Frau von nunmehr 82 Jahren zu erleben.
An diesem Abend wurde statt Eintritt zu erheben, um eine Spende gebeten. Auf Anregung der Ratsfrauen (Frauenforum) wird dieses Geld an ein Krankenhaus in der Ukraine gehen, um dringend benötigtes Material und medizinische Ausrüstung zu kaufen.
Am Vorabend zum Frauentag, am 7.3. 23 hatte das Neu-Deli eine besondere Bühnengästin, die Kabarettistin und Schauspielerin Jutta Seifert mit ihrem Programm Angebissen. Schon beizeiten füllte sich das Kino und im Besonderen das Foyer mit Besucherinnen und einigen wenigen Besuchern. Fingerfood und Begrüßungssekt standen bereit, das Theken Team war bereits zu großer Form aufgelaufen, was wäre das Neu-Deli ohne sie. Das Buffet wurde mit viel Einsatz von einigen Mitgliederinnen des Kinovereins im Vorfeld bereitet, aber auch von der Jugendwerkstatt gezaubert.
Frau traf Freundinnen und Bekannte, suchte sich Plätze im Saal, der bald mit annähernd 100 Besucherinnen gut gefüllt war, und nutzte die Gelegenheit zum Einbecker Talk, bis die Veranstaltung mit Grußworten begann. Vom Kino waren das Britta Grasdorf und Hannah Over, vom veranstaltenden Frauenforum, den Ratsfrauen der Stadt Einbeck, war das die stellvertretende Bürgermeisterin Frau Sölter. An diesem Abend sprach sie in Vertretung der erkrankten Gleichstellungsbeauftragten Frau Engelhardt, die im Vorfeld die wichtigen Fäden knüpfte, um die großartige Künstlerin für Einbecker Frauen auf die Bühne zu holen.
In ihrer Ansprache erwähnte Frau Sölter, auch sehr zu unserer Freude, wie glücklich Walter (Schmalzried) gewesen wäre, das Kino so voll interessierter Besucherinnen zu erleben. Unterstützt wurde der Augenblick auf der Bühne von allen anwesenden Mitgliedern des Frauenforums.
Danach war die Bühne frei für die Darstellerin des Abends Jutta Seifert, die den Bühnenraum sofort mit ihrer zauberhaften Präsenz einnahm, füllte und die Zuschauerinnen in den von ihr eröffneten historischen Raum mitnahm. Beginnend vor 100 Jahren in den 1920ziger Jahren führte sie die Anwesenden in den nach allen Seiten verrückt offenen Raum, der sich nach einem grausamen und unbegreiflichen Krieg öffnete. Es boten sich unglaubliche Freiheiten, besonders für Frauen, aber auch für Männer und alle dazwischen, zumindest in den großen Städten der neuen Republik. Singend, tanzend, sprechend und voller Bewegung erschuf Jutta Seifert den prallen Raum der Zwanziger!
Anschließend führte sie die Zuschauerinnen in beklemmender Heiterkeit in starrer werdende Zeiten, in denen Frau in ach so bekannte Anpassung rutschte, von der Femme Fatal zum Mutterkreuz! Ein zweiter Krieg, angezettelt von Männerwahn und Frauenunterwerfung endete damit, dass Frauen, durch die Zeiten zur Tüchtigkeit auferstanden, dann doch wieder im Null Komma Nix in der Unterwerfung verschwanden und Platz machten für Männermacht.
Immer wieder schlüpfte die Darstellerin in neue Rollen und in knapp angedeutete Verkleidungen, den darauffolgenden Zeiten entsprechend. Sie bewegte sich und uns und füllte in dieser Weise den Raum mit den Frauenwahrheiten der 50ziger, sechziger, siebziger… Genial in der Einfachheit. Äußerst präzise in den Beobachtungen und mit den zitierten und eigenen Texten, begeisterte Jutta Seifert ihr Publikum.
Angebissen – wer beißt? Die Schärfe der Texte, die durchaus Tränen der Empörung in die weiblichen Augen treiben konnte? Oder hat man oder frau ein wichtiges Stück aus der Frauenseele herausgebissen? Oder gilt es endlich einmal die antrainierte, in Frauen inzwischen möglicherweise schon genetisch angelegte Beißhemmung zu überwinden? Und dann…? Gelingt es uns Frauen nun endlich, Stärke und Klugheit daraus zu entfalten und auch beizubehalten?
Diese Revue zum Weltfrauentag war rundherum inspirierend, wir konnten eine starke Frau mit ihrer gelungenen und klugen literarisch-musikalische Zeitreise erleben.