In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten im gesamten Deutschen Reich Synagogen und andere jüdische Einrichtungen. Jüdische Menschen wurden von den Nationalsozialisten gedemütigt, verhaftet, misshandelt und vergewaltigt. Bis 1945 ermordeten die Nationalsozialisten systematisch 6 Millionen Juden, Roma und Sinti, Oppositionelle, Homosexuelle, Andersdenkende und Andersgläubige.
Im Gedenken an diese unmenschlichen Gräueltaten und angesichts des wachsenden Antisemitismus veranstaltete ein Bündnis aus der Stadt Einbeck, „Einbeck ist bunt“, dem Landkreis Northeim und den Einbecker Lichtspielfreunden ein Kinoerlebnis der besonderen Art.
Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung an der ehemaligen Synagoge in der Einbecker Bismarckstraße lud das Einbecker Kino NEU-Deli ein, um diesen besonderen und geschichtsträchtigen Tag würdig zu begehen.
Zu Beginn der Veranstaltung richteten die Bürgermeisterin der Stadt Einbeck, Frau Dr. Michalek, der Sprecher des Bündnisses „Einbeck ist bunt“, Henry Reemts und Bernd Astein von den Einbecker Lichtspielfreunden einige Worte an die Besucher*innen im NEU-Deli. Alle waren sich einig, dass die Erinnerung an den 9. November 1938 wachgehalten und jeder Form von Diskriminierung heute und in Zukunft entschieden entgegengetreten werden muss.
Der ehemalige Leiter der KZ-Gedenkstätte Moringen, Dr. Dietmar Sedlaczek, referierte zum Thema „Kinder und Jugendliche im Fokus der NS-Verfolgung“ und berichtete über das organisierte Wegsperren und Misshandeln in den Konzentrationslagern. Er schilderte eindringlich die Situation der unangepassten Jugendlichen im ehemaligen KZ Moringen und schlug eine Brücke zum anschließenden Film „Resistance – Widerstand“.
Dieser Film erzählt von der französischen Résistance und ist gleichzeitig eine Biographie des französischen Pantomimen Marcel Marceau, dem Publikum auch bekannt unter dem Namen „Bip“.
Das Bündnis aus der Stadt Einbeck, „Einbeck ist bunt“, dem Landkreis Northeim und den Einbecker Lichtspielfreunden sowie alle Besucher*innen waren sich am Ende der Veranstaltung einig: VERGESSEN IST KEINE OPTION!
[Text: B. Astein]


